Kreisdelegiertenkonferenz: Der große „kleine“ Unterschied

Veröffentlicht am 24.07.2011 in Kreisverband

„Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin. Niemand darf wegen seines Geschlechtes benachteiligt werden.“
So steht es im Grundgesetz.
Doch wie sieht es in der Praxis aus?
Dieser Fragestellung ging die SPD Karlsruhe-Land in Ihrer Kreisdelegiertenkonferenz in Bad Schönborn nach, an der auch Pfinztaler Delegierte teilnahmen.

Hochkarätige Referentinnen aus dem Landesfrauenrat, vom Deutschen Gewerkschaftsbund und aus der Kommunalpolitik sowie der stellvertretenden Gleichstellungsbeauftragte des Enzkreises gaben Statements ab zu den Themen „Qualität statt Quote“, „Gleiche Bezahlung für gleichwertige Arbeit“. „Ehrenamt und dessen geschlechtsspezifische Verteilung“ und die „Kommunale Gleichstellungspolitik“.
Die genannten Zahlen belegen, dass Frauen in den besser bezahlten technischen Berufen unterrepräsentiert sind, Führungspositionen meist nur Männern offen stehen, sie deutlich weniger verdienen als Männer, und demzufolge auch von der Altersarmut am meisten betroffen sind. Begründet wurde dies damit, dass Frauen meist die typisch weiblichen Berufe wählen, sie durch die Erziehung der Kinder und die spätere Pflege Ihrer Angehörigen überwiegend Teilzeitbeschäftigungen oder Minijobs nachgehen. Auch in Vereinen und Organisationen haben Frauen eher seltener Führungspositionen inne als Männer.
Nach diesem „Faktencheck“ erarbeiteten die Delegierten in Arbeitsgruppen zu den genannten Themen Lösungsansätze für eine echte Geschlechtergerechtigkeit.
Es wurde deutlich, dass ein Umdenken in unserer Gesellschaft unabdingbar ist, das schon bei der Erziehung der Kinder ansetzen muss. Frühe Einblicke in die Berufswelt könnten Mädchen für Technik und Naturwissenschaften und Jungen z.B. für die Erziehungs- und Pflegeberufe begeistern. Die Vorbildfunktion ist dabei sehr bedeutsam.
Als besonders wichtig wurde unter vielen anderen Lösungsansätzen und Impulsen die Etablierung von Gleichstellungsbeauftragten bewertet, ebenso wie die Aufwertung und Anerkennung des ehrenamtlichen Engagements im sozialen Bereich, das überproportional von Frauen geleistet wird. Studien belegen, dass alle Gremien, die gleichermaßen mit Frauen und Männern besetzt sind, erfolgreicher sind.

 

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