Die Zukunft der Arbeitsvermittlung im Landkreis Karlsruhe

Veröffentlicht am 28.10.2010 in Kommunalpolitik

Diese war Thema einer Veranstaltung der SPD Karlsruhe-Land, über die Kreisvorstandsmitglied Angelika Konstandin die hiesigen Genossen informierte. Zahlreiche Pfinztaler, darunter auch die Kreisräte Dagmar Elsenbusch und Bürgermeister Heinz E. Roser erlebten eine engagiert geführte Diskussion um „Optionskommune“ oder „gemeinsame Einrichtung“. Dass der derzeitige Zustand mit einer getrennten Aufgabenwahrnehmung von Arbeitsagentur und Landkreis der denkbar schlechteste Weg in der Betreuung von Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern ist, machte Markus Rupp, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Kreistag in seinem Eingangsstatement deutlich.

Dr. Christoph Schnaudigel, Landrat des Landkreises Karlsruhe plädierte für die Schaffung einer Optionskommune. Für ihn überwiegen die Vorteile der Betreuung aus einer Hand. Langzeitarbeitslose könnten besser vermittelt werden, wenn Vermittlungshemmnisse wie Überschuldung und Suchtprobleme wegfallen. Für die Beseitigung dieser Vermittlungshemmnisse sei das Landratsamt besser geeignet. Bereits bestehende Einrichtungen und Programme im Landkreis könnten direkt genutzt werden. Eine Optionskommune biete daher flexible regionale Lösungen für die Betroffenen. Demgegenüber wies Hartmut Pleier, Chef der Agentur für Arbeit in Karlsruhe darauf hin, dass sich die Spezialisten für Arbeitsvermittlung bei der Arbeitsagentur befinden. Deshalb ist für ihn eine gemeinsame Einrichtung von Arbeitsagentur und Landratsamt die eindeutig bessere Lösung. Bei der Betreuung von Arbeitslosen stehe immer die Vermittlung in Arbeit im Vordergrund und zwar die bundesweite. Und hier lägen die Vorteile bei den überregionalen Netzwerken der Arbeitsagentur. Eine gemeinsame Einrichtung wäre eine von Arbeitsagentur und Landratsamt unabhängige neue selbständige Einrichtung. Pleier erwartet von dieser gemeinsamen Einrichtung auch mehr Synergieeffekte als bei einer Optionskommune. Sollte sich der Kreistag für die Optionskommune entscheiden, ist zudem gar nicht sicher, ob sie überhaupt zu den 5 Optionskommunen gehört, die in Baden-Württemberg neu zugelassen werden. Eine schwierige Entscheidung für die Kreisräte, wobei über das Ziel „Das Beste für die Betroffenen zu erreichen“ parteiübergreifender Konsens herrscht.

 

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