Wir Jusos sind die Jugendorganisation der SPD, in der sich SchülerInnen, Auszubildende, junge ArbeitnehmerInnen und StudentInnen im Alter von 14 bis 35 Jahre organisieren. Wir sind mehr als eine bloße Nachwuchsorganisation unserer Partei. Wir wollen Zukunftsentwürfe entwickeln und offen diskutieren, wie wir in Zukunft arbeiten und leben wollen. Wichtig ist uns das gesellschaftliche Engagement in den Schulen, Hochschulen, Betrieben und Vereinen. Demokratie muss lebendig sein. Deshalb engagieren wir uns bei den Jusos.
v.l.n.r.: hintere Reihe: Andreas Vortisch, Max Pfaff
vordere Reihe: Christian Giesinger, Sina Konstandin, Johannes Vortisch, Sahar Hadi
„Hände weg vom Atomausstieg!“
sagen auch die Pfinztaler Jusos, die sich bei Ihrem letzten Treffen mit diesem Thema befassten.
Denn Atomenergie ist eine hochgefährliche Technologie, was die andauernden Störfälle in Atomkraftwerken und die katastrophalen Zustände in den Atommülllagern immer deutlicher belegen. Die Endlagerfrage ist nicht geklärt. Die Atomindustrie produziert strahlenden Müll zu Lasten der nachfolgenden Generationen. Außerdem dient Atomenergie allein der Profitmaximierung der Stromkonzerne. Gerade die alten, besonders anfälligen Reaktoren, die in der Regel längst abgeschrieben sind, sind für die Stromerzeuger extrem profitabel. Eine Laufzeitverlängerung bedeutet pro Atomkraftwerk einen Zusatzgewinn von rund einer Million Euro pro Tag. Auf Sicherheitsmängel wird dabei keine Rücksicht genommen. Atomenergie ist auch keine billige Technologie. Wie Gutachten von Greenpeace belegen, wurde die Atomenergie in Deutschland seit 1950 mit rund 7 Mrd Euro subventioniert. Außerdem wird allein die Sanierung der maroden Endlager Asse und Morsleben den Steuerzahler über 4 Mrd. Euro kosten. Da der Betrieb von Atomkraftwerken nicht dem Klimaschutz hilft und die Entwicklung und Verbreitung innovativer erneuerbarer Energien verhindert, ist nach Meinung der Pfinztaler Jusos Atomenergie eine Technologie von gestern.
Sie finden daher die Vorgehensweise der schwarz-gelben Bundesregierung, die die Laufzeiten älterer Atomkraftwerke um bis zu 28 Jahre verlängern will, und für die Erreichung dieses Zieles den Bundesrat, in dem sie seit der Nordrheinwestfalenwahl keine Mehrheit mehr hat, aushebeln will, mehr als empörend. Denn damit verabschiedet sich die Regierung vom Atomausstieg, den die rot-grüne Koalition mit den Energieerzeugern vereinbart hatte, marschiert zurück zum Atomstaat und macht Politik gegen die Mehrheit der Menschen, die auf Atomkraft verzichten möchte.
Die Jusos unterstützen die SPD, die alles tut, um die Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken zu verhindern:
Sie will die Wende zu erneuerbaren Energien aus Sonne, Wind, Wasserkraft und Biomasse. Denn Erneuerbare Energien und ökologisch sinnvoll und ökonomisch vernünftig.
Mehr Klassen an beruflichen Gymnasien
„Dass unsere SPD-Abgeordneten die neue CDU-Kultusministerin Marion Schick aufgefordert haben, im Landkreis Karlsruhe mehr Klassen an beruflichen Gymnasien einzurichten und so allen zugangsberechtigten Schülern den Besuch ermöglichen, findet unsere volle Zustimmung“ bekräftigten die Pfinztaler Jusos bei ihrem letzten Treffen.
Denn auch im kommenden Schuljahr werden viele Bewerber um Plätze an den beruflichen Gymnasien im Landkreis Karlsruhe wieder eine Absage erhalten. In diesem Jahr haben sich 923 Schüler um einen Platz an einem der beruflichen Gymnasien im Landkreis Karlsruhe beworben. Dazu zählen neben 156 Schülern aus den jetzigen Klassen 9 und 10 der achtjährigen Gymnasien auch 748 Schüler mit mittlerem Bildungsabschluss, also nach Realschule, Werkrealschule und zweijähriger Berufsfachschule. Anhand der diesjährigen Bewerberzahlen wird deutlich, dass die beruflichen Gymnasien allein aus Kapazitätsgründen nicht in der Lage sein werden, alle Interessierten aufzunehmen. Denn im letzten Jahr standen rund 20 Bewerbern weniger lediglich 797 Plätze gegenüber. Laut Kultusministerin Schick steht für das Schuljahr 2010/2011 die Anzahl der Plätze an beruflichen Gymnasien noch nicht fest. In den letzten fünf Jahren stiegen die Zahl der Bewerber und die Zahl der Plätze an den beruflichen Schulen an. Trotzdem gingen stets zwischen 80 und 175 Schüler leer aus. Das darf einfach nicht sein! Alle Schüler, die die Voraussetzungen erfüllen, brauchen ein gesetzlich verankertes Recht auf einen Schulplatz! Erst wenn dieses Recht auf einen Schulplatz nach der Mittleren Reife gesetzlich festgeschrieben ist, kann man aufrichtig von guten schulischen Anschlussmöglichkeiten sprechen.
Das Land muss deshalb die Zahl der Klassen an den beruflichen Gymnasien deutlich erhöhen und ausreichende personelle, finanzielle und räumliche Ressourcen zur Verfügung stellen. Denn ohne eine gravierende Änderung in der Schulpolitik des Landes werden auch dieses Jahr wieder viele Schülerinnen und Schüler mit Mittlerer Reihe ohne Schulplatz an einem der beruflichen Gymnasien dastehen.
„Sicherheit versus Datenschutz“

Dieses Thema stand als Nachlese zum jüngsten Urteil des Bundesverfassungsgerichtes im Fokus der Diskussion bei der Jahreshauptversammlung der SPD Pfinztal, an der auch zahlreiche Jusos teilnahmen.
Steffen Holatka, der hierzu ein Impulsreferat hielt, verwies darauf, dass obwohl die anlasslose Speicherung von Telekommunikations-Verkehrsdaten geeignet ist, ein diffuses Gefühl des Beobachtetseins hervorzurufen, das eine unbefangene Wahrnehmung der Grundrechte in vielen Bereichen beeinträchtigen kann, das Bundesverfassungsgericht die Vorratsdatenspeicherung nicht per sé als verfassungswidrig erachtet hat. Stattdessen hat es vielmehr nur die konkrete Ausgestaltung der Vorratsdatenspeicherung kritisiert und genaue Vorgaben zu einer verfassungsgemäßen Vorratsdatenspeicherung gemacht.
Steffen Holatka machte in seinem Vortrag deutlich, dass es in diesem Urteil um eines der wichtigsten Themen für unsere Zukunft geht. Es geht darum, abzuwägen, wie weit wir bereit sind, für unsere Sicherheit Einschränkungen des Datenschutzes bzw. unserer Freiheit hinzunehmen.
Dass es dazu keine einheitliche parteipolitische Meinung gibt, zeigte die anschließende lebhafte Diskussion, in der Gemeinderat Reiner Kunzmann seine Sichtweise als Kriminalkommissar darlegte und aufzeigte, wie sehr nun die Polizei in ihrem Ermittlungsbemühen behindert wird.
Fazit der Diskussion: „Es bleibt zu hoffen, dass die Gesetzgebung in der Lage ist, ein verfassungskonformes Gesetz zu verabschieden, das den sicherheitspolitischen Bedürfnissen und Interessen Rechnung trägt und gleichzeitig die persönlichen Freiheitsrechte des Einzelnen wahrt.“
„Bericht aus dem Kreistag“
So lautete einer der Tagesordnungspunkte der letzten Juso-Sitzung. Kreisrätin Elsenbusch berichtete über die „neue“ Fraktion und gab die personelle Aufstellung bekannt. Entgegen dem Landes- und Bundestrend konnte die SPD-Kreistagsfraktion bei den Kommunalwahlen noch leicht zulegen. Statt wie bisher 19 Mandatsträger werden nun 20 Kreisräte die SPD im Kreistag vertreten. Dies spricht für die gute Politik der SPD-Fraktion, die sich am Bürger orientiert und seinen Problemen und Bedürfnissen Rechnung trägt. Dabei stehen vor allem die sozialen Probleme im Vordergrund. Bereits in der kurzen Zeit hat die SPD-Fraktion wieder deutliche soziale „Duftmarken“ gesetzt. Als Beispiele nannte sie die Schulsozialarbeit für weiterführende Schulen, die Befreiung der Tafelläden von den Müllgebühren und vor allem die Diskussion um Stellenbesetzungen im Jugendamt. Dort schnellen die Fallzahlen drastisch in die Höhe. Deshalb fordert die SPD schon seit einigen Jahren, dass darauf auch personell reagiert werden muss. Es erfolgte nun endlich eine externe Untersuchung der Personalsituation mit dem schockierenden Ergebnis, dass 15 Stellen fehlen. Der nun erfolgte Vorschlag des Landrats einer Aufstockung um acht Stellen für 2010 und weiterer Stellen für 2011 wird von der SPD-Fraktion voll unterstützt und begrüßt, von der CDU jedoch abgelehnt und als Gegenvorschlag lächerliche zwei Stellen ins Spiel gebracht. Bleibt zu hoffen, dass sich der Landrat und damit auch die SPD in der abschließenden Kreistagssitzung im Januar durchsetzen können.
Abschließend überbrachte sie die Grüße der Kreistagsfraktion: die SPD-Kreisrätinnen und -räte wünschen den Pfinztaler Bürgerinnen und Bürgern frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr.
Foto SPD-Fraktion:
1. Reihe v.l.n.r.: Helma Hofmeister (Ettlingen), Dagmar Elsenbusch (Pfinztal), Markus Rupp (Gondelsheim), Gerd Rinck (Östringen), Heinrich Sickinger (Stutensee),
2.Reihe v.l.n.r.: Helga Langrock (Bruchsal), Ursula Wacker (Östringen), Gretel Frenzel (Dettenheim), Joachim Pöschel (Philippsburg), Gerhard Bauer (Rheinstetten), Reinhard Haas (Karlsbad),
3. Reihe v.l.n.r.: Bernhard de Bortoli (Kraichtal), Heinz Roser (Pfinztal), Wolfgang Eberle (Walzbachtal), Karl Mangei (Bruchsal), Martin Altenbach (Waldbronn)
4. Reihe v.l.n.r.: Elmar Himmel (Malsch), Walter Heiler (Waghäusel), Herbert Sand (Waghäusel), Franz Masino (Waldbronn)
Was ist die Jugend heute noch wert?
Schon seit Jahren ist es üblich, dass der Abschlussjahrgang des LMG seine Schulzeit mit einem Fest für alle Pfinztäler Schüler beendet. Um das nötige Geld für diese Party aufbringen zu können beginnen die Abiturienten schon einige Zeit früher mit der Organisation so genannter 13er Partys. Zum Leidwesen aller Beteiligten häuften sich bei den letzten Veranstaltungen die Probleme mit randalierenden Gästen.
Wegen dieser Vorfälle beschloss der Abschlussjahrgang 2009, sich schon früh mit dem Ordnungsamt Pfinztal in Verbindung zu setzen, denn ihm lag viel daran, schöne Abende zu veranstalten. Um allen Auflagen gerecht zu werden fand die erste 13er Party im Bistro Havanna in Söllingen statt, in dem regelmäßig ähnliche Veranstaltungen stattfinden.
Um den aktiven Dialog zwischen Abiturienten und der Gemeinde aufrecht zu erhalten, traf sich der eigens gebildete Ausschuss mehrere Male mit dem Ordnungsamt.
Auch die zweite 13er Party, welche dieses Mal im Hasenheim in Söllingen stattfand, lief aus der Sicht der Veranstalter alles glatt. „Im Hasenheim war eine super Stimmung und es gab keinerlei Probleme, dafür hat unsere professionelle Security gesorgt“, sagte Silvia Vogel, eine der Hauptverantwortlichen, „In der Rittnertstraße ereigneten sich einige Vorfälle, von denen wir uns ganz klar distanzieren. Aber wir sind nicht mehr für den Heimweg unserer Gäste verantwortlich und können diesen nicht kontrollieren. Wir möchten uns dennoch bei den Betroffenen für die Unannehmlichkeiten entschuldigen.“
Was sowohl die Veranstalter als auch uns sehr überraschte war die Reaktion des Ordnungsamtes, das sich wohl ohne Rückfrage direkt an die Schulleitung wandte. In einem wüsten Brief von der Schulleitung wurde den Abiturienten die alleinige Verantwortung zugeschoben und vorgeworfen sie seien nicht in der Lage mit der Verantwortung umzugehen. Auch hier gab es zunächst kein Gespräch mit dem oben genannten Schülerausschuss. Die ganze Wut und Enttäuschung der Gemeinde wurde uns bewusst, als eine Woche vor der inoffiziellen Abiturfeier die benötigte Sperrzeitverkürzung verweigert wurde.
Verwundert über diesen Schritt wollten sich einige Abiturienten nochmals mit Rüdiger Müller, dem Leiter des Ordnungsamts treffen. Leider war mit ihm kein konstruktives Gespräch möglich und die Abiturienten standen machtlos wie begossene Pudel im Rathaus.
Hier zeigt sich eine Politik der vollkommenen Pauschalisierung, man schert alle Jugendlichen über einen Kamm und stellt sie als saufende, randalierende und asoziale Gruppe hin, deren einziges Ziel es sei, sich öffentlich daneben zu benehmen.
Sicher schwarze Schafe gibt es überall und Einige benehmen sich immer daneben, aber muss man deshalb zu so einen Rundumschlag ausholen?
Mit einem solchen Verbot bestraft man vor allem die Falschen. Wer sich betrinken und randalieren will, tut dies auch ohne eine Veranstaltung der Abiturienten.
Aber hier stößt man Abiturienten die Verantwortung übernehmen wollen vor den Kopf.
Sie wollen nicht nur das Ende ihrer Schulzeit feiern und ein Fest für die jungen Bewohner unserer Gemeinde veranstalten, sondern auch ihre erlernten Fähigkeiten zeigen.
Sei es als Musiker in der Abiband, beim Design der Plakate und Flyer oder bei der Organisation und Vorbereitung.
Hier zeigt sich eine völlig unverständliche Doppelmoral der Gemeinde.
Warum verhindert die Gemeinde eine Veranstaltung von jungen Erwachsenen für die Jugendlichen von Pfinztal, aber genehmigt jedes Jahr ähnliche Veranstaltungen von Vereinen, wie Musikfeste oder die Faschingsbälle?
JUSOS Pfinztal, Max Pfaff und CDU Ortschaftsrätin Silvia Vogel
Abi 2012: Doppelter Jahrgang, halbierte Chancen?
Im Jahr 2012 werden 2 Jährgänge gleichzeitig Abitur machen, der G9-Jahrgang und der erste G8-Jahrgang. Dadurch werden einige bildungstechnische Probleme auf uns zu kommen.
Eltern und Schüler haben Angst durch die große Anzahl von Abiturienten im Jahr 2012 nur halbierte Chancen beim Studium und im Berufsleben zu haben.
Um dieser Angst entgegen zu wirken, müssen die Anzahl an Studienplätzen und Praktikaplätzen ausgebaut werden. Ein weiterer Punkt in dem eine große Anstrengung notwenig sein wird, sind außerdem die beliebten Stellen der Freiwilligendienste, auch hier muss das Stellenangebot ausgebaut werden.
Der SPD-Bildungsexperte Frank Mentrup hatte als Maßnahme den Vorschlag gebracht, die Abiturprüfungen des G9-Jahrgangs und des G8-Jahrgangs zeitlich versetzt zu machen. Die Schüler des G9-Jahrgangs sollen ihr Zeugnis schon am 31. März 2012 erhalten, sodass sie ihr Studium schon im Sommersemester beginnen können. Die Schüler des G8-Jahrgangs sollen dagegen ihr Abitur wie gewohnt im Frühsommer absolvieren. Durch diese Maßnahme soll der befürchtete Ansturm an den Hochschulen verringert werden.
Des weiteren ist Frank Mentrup gegen die Zusammenlegung der beiden Jahrgänge im Kurssystem. Viel mehr sollte der Unterricht für die beiden Jahrgänge getrennt ablaufen. Ein Grund dafür ist die zu große Größe der Kurse bei einer Zusammenlegung, darunter könnte die Qualität des Unterrichts leiden. Des Weiteren kann man bei einer Zusammenlegung nicht garantieren, dass beide Jahrgänge auf dem gleichen Wissenstand sind und nicht ein Jahrgang dabei die schlechtere Karte zieht.
Abschließend kann man also nur sagen, dass einige Anstrengungen notwendig sein werden um zu verhindern, dass die Abiturienten im Jahr 2012 nicht die befürchteten halbierten Chancen haben.
Die Abschaffung der Hauptschule oder einfach nur die Umbenennung des Problems?
Die Grundschulempfehlung für die Hauptschule ist von nun an Vergangenheit. Ab dem Schuljahr 2010/2011 wird die Hauptschule abgeschafft. Was im ersten Moment wie der Sieg gegen das dreigliedrige Schulsystem klingt, ist im zweiten Moment nur ein Etikettenschwindel. Die Hauptschule wird nämlich nicht wirklich abgeschafft, sondern einfach nur umbenannt in Werkrealschule. Die Grundschüler, die bisher eine Hauptschulempfehlung bekamen, erhalten von nun an einfach eine Werkrealschulempfehlung, aber an dem Problem der Hauptschule wird sich nichts ändern.
Es wird einfach nur der Name geändert: Wo bisher Hauptschule am Türschild stand, steht von nun an Werkrealschule.
Das System bleibt nämlich dasselbe wie bei der Hauptschule. Die zukünftigen Werkrealschüler können, wie bisher, nach der 9ten Klasse den Hauptschulabschluss machen oder nach der 10ten Klasse den Werkrealschulabschluss.
“Alles in allem ist die “Abschaffung” der Hauptschule doch nur eine Umbenennung des Problems und keine wirkliche Lösung des Problems”, so die Pfinztaler Jusos bei ihrer letzten Sitzung.
Stückwerk statt echtem Bildungsaufbruch
Dies werfen die Pfinztaler Jusos der schwarz-gelb geführten Landesregierung vor. Denn die bisher bekannt gegebenen Grundzüge der Regierungsparteien im Baden-Württembergischen Landtag zeigen, dass CDU und FDP nicht den Mut zur dringend notwendigen, durchgreifenden Bildungsreform aufbringen, die die Bildungschancen der jungen Menschen im Ländle verbessern würde.
Dazu gehören der Ausbau aller Schulen zu echten Ganztagsschulen und die 6-jährige Grundschule wie sie die SPD fordert. Denn die verlängerte Grundschulzeit ist ein bedeutender Schritt zur Verbesserung der Lernbedingungen für alle Schülerinnen und Schüler. Außerdem könnten an einer 6-jährigen Grundschule die Kinder länger am Wohnort zur Schule gehen. Nach dem SPD-Konzept sollten die Schulträger zudem die Möglichkeit erhalten, ihre Schulen zu Gemeinschaftsschulen mit einem neuen pädagogischen Konzept weiterzuentwickeln, mit der Option einen gymnasialen Zweig anzugliedern. Wenn an den Hauptschulen im Land mindestens ein Realschulabschluss angeboten werden würde, hätten sie eine echte Überlebenschance. Stattdessen verpasst die Landesregierung den Kommunen für ihre weitere Schulentwicklung eine Zwangsjacke, die das Sterben der Hauptschulstandorte zwar hinauszögert, aber nicht verhindern kann. Indem sie den Kommunen zukunftsträchtige Schulprojekte mit längerem gemeinsamen Lernen und Gemeinschaftsschulen verweigert - wie erst kürzlich in der Südstadt in Karlsruhe geschehen - trocknet sie die Hauptschulen langsam aus.
Dass der Klassenteiler abgesenkt werden soll, wird von den Jusos ebenso wie von der SPD-Landtagsfraktion begrüßt. Angesichts der vielen großen Klassen ist es aber unverständlich, dass sich die Regierung damit so viel Zeit lässt. Im kommenden Schuljahr wird sich also an der Misere mit den überfüllten Klassen im Land gar nichts ändern.
Positiv ist jedoch, dass die CDU die erheblichen Defizite des Bildungswesens nicht mehr länger bestreitet. Mit ihrer „Qualitäts- und Bildungsoffensive“ gibt sie zu, dass ihre Politik des „Schönredens“ und „Beschwichtigens“ von Unterrichtsausfall, zu großen Klassen und sozialer Auslese in vollem Umfang gescheitert ist.
Die Pfinztaler Jusos haben neu gewählt
In Anbetracht der unmittelbar bevorstehenden Jahreshauptversammlung der SPD Pfinztal wählten auch die Jusos in Pfinztal einen neuen Vorsitzenden und seine/n Stellvertreter/in. Nach eingehenden Gesprächen und Diskussionen kam man schließlich zu einem einstimmigen Wahlergebnis. Neuer Vorsitzender ist, wie bisher, Max Pfaff aus Söllingen. Seine Stellvertreterin ist Sina Konstandin aus Kleinsteinbach.
Außerdem wurden noch die nächsten Aktionen der Jusos in Pfinztal geplant. Im Frühjahr findet ein Berufsfindungsseminar mit einem professionellen Coach für Schüler der Klassenstufen 11 – 13 statt. Hierfür erhoffen wir uns eine gewohnt zahlreiche Teilnahme.
Die Jusos Pfinztal können immer Verstärkung brauchen, denn mit mehr Leuten kann man auch mehr bewegen. Jeder ist bei den Jusos willkommen mitzumachen und sich zu engagieren. Man muss kein SPD-Mitglied sein, um bei uns mitzuarbeiten.
Verschärfung des Jugendstrafrechts - Plumper Populismus von der Union!
Jugendkriminalität, ihre Ursachen und ihre Bekämpfung beschäftigten auch die Jusos in Pfinztal. Mit der Juso-Bundesvorsitzende, Franziska Drohsel, waren sie sich einig: Die Forderungen nach einer Verschärfung des Jugendstrafrechts für straffällig gewordene Jugendliche sind populistisch und nicht zielführend. Dass der hessische Ministerpräsident Koch jetzt im Wahlkampf zum wiederholten Male Politik auf Kosten der hier lebenden MigrantInnen macht, setzt dem ganzen die Krone auf. Erziehungslager, in denen Jugendlichen Drill und Ordnung beigebracht werden soll, sind nicht mit unserem Verständnis von menschenwürdiger Behandlung vereinbar. Auch die Forderung nach einem Warnschussarrest ist rein populistisch, da bereits viele wieder straffällig gewordene Jugendliche vorher in Untersuchungshaft waren. Die Forderung nach einer schnelleren Abschiebung von straffällig gewordenen Menschen nicht-deutscher Herkunft ist untragbar. Es ist eine Unart, Probleme wie die Straffälligkeit von jungen Menschen dadurch angehen zu wollen, in dem man diese Menschen außer Landes weist. Die Politik muss dafür sorgen, dass die Ursachen von Jugendkriminalität bekämpft werden. Mangelnde Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt, ungenügende Schulbildung und mangelnde gesellschaftliche Verankerung führen zur Gewaltbereitschaft von Jugendlichen. Hier muss angesetzt werden! Zu glauben, dass ein höheres Strafmaß das Problem der Jugendkriminalität löst, ist absoluter Quatsch. Das Problem ist dadurch nicht gelöst, sondern auf unbestimmt vertagt.
Wie funktioniert Kommunalpolitik?
In Anbetracht der bevorstehenden Kommunalwahlen trafen wir, die Jusos, uns mit der Fraktionsvorsitzenden und Kreisrätin Dagmar Elsenbusch, um etwas über die Kommunalpolitik zu erfahren. Zuerst berichtete sie uns eingehend darüber, was als Gemeinde- und Kreisrätin zu tun ist. Da im Moment überall der Haushalt für 2008 diskutiert wird, waren auch die Haushalte der Gemeinde Pfinztal und des Landkreises Karlsruhe ein Thema des Abends. Dagmar Elsenbusch erklärte uns, wie solche Diskussionen über den Haushalt ablaufen und dass es dabei manchmal ziemlich heiß zugeht. Des Weiteren erzählte sie uns allgemein von ihren Erfahrungen und besonderen Erlebnissen aus ihrer Zeit als Kommunalpolitikerin. Sie sicherte uns die Unterstützung der SPD-Fraktion zu bei allen anstehenden Themen für die sich die Jusos in Pfinztal einsetzen möchten. Dies sind zum Beispiel Subventionierung des Mensaessens und Verbesserung des Nahverkehrs. Die Jusos Pfinztal laden alle interessierten Jugendlichen, die sich mit ihnen bei diesen oder anderen Themen engagieren wollen, zum Mitmachen ein.

Bildung
"Spätestens mit dem Wahlbetrug bei den Bildungsinvestitionen ist Oettingers Kinderland abgebrannt. Wenn es dabei bleibt, werden auch die neuen ABC-Schützen in ein ungerechtes System der Sozialauslese gepresst, statt allen Kindern die gleichen Chancen auf eine optimale schulische Ausbildung zu geben, unabhängig vom Geldbeutel der Eltern." Mit diesem Zitat brachte die SPD-Landes- und Faktionsvorsitzende Ute Vogt die derzeitigen politischen Missstände der Bildungspolitik der CDU/FDP-Regierung auf den Punkt. Die derzeitige Situation scheint einen völlig unbefriedigenden Status quo in den Schulen zu zementieren und den notwendigen Qualitätssprung auf Jahre hinaus zu blockieren. Auch der jüngste OECD-Bericht zeigt, dass Baden-Württemberg speziell in der Primarstufe Nachholbedarf hat und mit Ausgaben von 4100 Euro je Grundschüler weit hinter dem OECD-Durchschnitt (5500 Euro) bzw. des Bundesdurchschnitt (4600 Euro) liegt.
Die SPD-Landtagsfraktion fordert daher neue Rahmenbedingung damit "der erste Schultag nicht der Ernst des Lebens, sondern die Chance ihres Lebens" wird. Dafür sind zusätzliche personelle und finanzielle Ressourcen "wie von der Landesregierung vor der Wahl versprochen - unabdingbar. Weiterhin fordert die SPD kleiner Klassen die eine Anzahl von 25 Schülern nicht überschreitet, damit die Lehrkräfte noch besser individuell auf die Kinder eingehen können.
Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Verlängerung der Grundschulzeit auf sechs Jahre.
Dadurch wird der Druck vor dem zu frühen Aussortieren der Kinder von den Lehrern genommen, zumal schwache und starke Kinder in Lerngruppen über längerem Zeitraum mehr profitieren. Auch die Individuelle Entfaltung der Begabungen jedes einzelnen Kindes werde dadurch gestärkt.
